Es ist kaum zu beschreiben, mit wie viel Hoffen, Bangen und Zittern die Taubenzüchter in den letzten Wochen der 126. Lipsia-Schau entgegen sahen. Endlich war Corona kein Thema mehr, dafür hörte man in den Medien in immer kürzeren Abständen die Meldungen zur Vogelgrippe. Katastrophale Szenen spielten sich in Mecklenburg-Vorpommern ab, wo unzählige Tiere und ganze Zuchten dieser Geflügelseuche und den daraus resultierenden Maßnahmen zum Opfer fielen. Wie würden nun die Veterinäre in Leipzig entscheiden? Würde es die Lipsia-Schau, die 2022 auch die 104. Nationale Bundessiegerschau ist, überhaupt geben? Wenige Tage vor dem Einlieferungstermin erging dann die Meldung an alle Züchter: Die Schau findet statt, allerdings ohne Hühner, Zwerghühner, Groß- und Wassergeflügel - eine reine Taubenschau also. Einerseits schade, denn dadurch ging der Schau viel Publikum und Flair verloren, dennoch waren die Taubenzüchter, ich mit eingeschlossen, heilfroh darüber, dass es wieder einen Vergleich unter Wettbewerbsbedingungen geben würde.

Das Ergebnis war wiederum ein Grund zur Freude, denn eine ganze Reihe meiner Verkehrer konnten hohe und höchste Benotungen erzielen. Den Reigen der Spitzennoten eröffnete eine schwarze Alttäubin mit hv 96 E. Ein blauer Jungtäuber errang mit hv 96 den Leipziger Teller. Im roten Farbenschlag errang eine Jungtäubin von mir mit einer Bewertung von v 97 das Siegerband und war somit das am höchsten bewertete Tier der gesamten Kollektion. Eine rote Alttäubin bekam wiederum hv 96 E als Bewertung. Exakt gleich war einer meiner gelben Alttäuber bewertet. Eine gelbe Alttäubin errang mit v 97 das Lipsia-Band. Den Abschluss bildete nochmals eine Alttäubin im gelben Farbenschlag mit hv 96 E. Mit so einem Ergebnis, das man ja schon am Donnerstag-Abend im Internet nachlesen konnte, waren die Stunden auf dem Leipziger Messe-Gelände natürlich gelöst und heiter. Es hat mich unglaublich gefreut, viele Zuchtfreunde nach langer Pause wieder zu sehen. Manches herzliche Wort wurde gewechselt, manche guten Wünsche getauscht, manche Neuigkeiten übermittelt. Oft war aber auch der Satz zu hören: Wie soll das nur weiter gehen?

Diese Frage treibt uns Züchter alle um. Wir Taubenzüchter hatten noch einmal Glück hinsichtlich der Lipsia-Schau. Die Zuchtfreunde, deren Herz für Hühner, Gänse, Enten, etc. schlägt, hatten hingegen keine Gelegenheiten mehr, ihre Tiere in Konkurrenz zu vergleichen. Ob es in diesem Winter noch Ausstellungen geben wird, ist höchst fraglich. Die Situation ist für alle Züchter und Aussteller, für alle Vereine, Preisrichter, Hallenbesitzer extrem schwierig. Ich appelliere in Namen Tausender Freunde der Rassetauben und des Rassegeflügels an die Verantwortlichen in den Vereinen, Verbänden, Ämtern, Behörden und in der Politik eine Lösung für die Zukunft zu finden. Pragmatisch, sachlich, ohne ideologische Verbohrtheit und mit einem klaren Ziel: Zucht, Haltung und Ausstellung von Rassetauben und Rassegeflügel weiterhin mit Freude betreiben zu können.

Samstag, Januar 28, 2023

Über Mich

Mein Name ist Bernhard Rappold und ich züchte Tauben seit 1985, damals war ich 12 Jahre alt. Die ersten Rassen, die meinen kleinen Taubenschlag bevölkerten, waren Gimpeltauben Gold-Blauflügel sowie Schlesische Kröpfer Gelbschimmel.

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Bernhard Rappold
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